Politik 2.0 – Heute auf YouTube, morgen im Weissen Haus!

Dass man dank Social Media sogar Präsident der Vereinigten Staaten werden kann, hat Barack Obama im Jahr 2008 erstmals klar bewiesen. Im Vergleich zu seinem Konkurrenten John McCain hatte Obama auf sämtlichen Social Media Seiten deutlich mehr Anhänger als der Republikaner, wie im Blogeintrag von Frederic Lardinois zu lesen ist. Wähend die Demokraten aktiv die sozialen Medien nutzten, setzte McCain auf die traditionellen Kanäle, um Wähler zu gewinnen. Jedoch entgingen ihm so wahrscheinlich gerade die jungen Wähler, die zu einem grossen Teil über Social Media zu erreichen wären (vgl. den Artikel von Sujan Patel).

Die folgende Grafik von Pew Internet & American Life Project zeigt denn auch deutlich die Unterschiede zwischen den damaligen Konkurrenten (zum Vergrössern auf das Bild klicken).

Diese Zahlen sprechen für sich und es ist daher nur logisch, dass die Republikaner für die Wahlen 2012 die sozialen Medien ebenfalls für sich ausnutzen wollen. Vor allem Newt Gingrich sticht mit fast 1.5 Millionen Followers auf Twitter unter den Republikanern heraus. Im Vergleich zu Obama, der fast 13.5 Millionen Follower hat ist das natürlich noch sehr wenig, es zeigt aber trotztdem, dass die Republikaner bemüht sind auf sozialen Medien aktiv zu sein. Wie Aaron Smith in einem Artikel erwähnt, haben die Republikaner bezüglich Social Networking aber aufgeholt:

In contrast to the 2008 race—in which Democratic voters led the way in their use of online social networks for political purposes—Republican voters and supporters of the “Tea Party” movement caught up with Democrats in their use of social media in 2010.

Das bedeutet für Obama, dass er nun umso mehr die sozialen Medien geschickt nutzen muss, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Am 15. März erschien dann auch auf Obamas YouTube-Kanal ein Film über ihn, der seine bisherige Amtszeit Revue passieren lässt und ihn in ein gutes Licht rückt. Davis Guggenheim führte dabei Regie, während Tom Hanks die Sprechstimme im Hintergrund übernahm. Mit solchen Berühmtheiten zusammenzuarbeiten hat sicherlich einen grossen Einfluss auf den Propagandaerfolg, da so vermutlich noch mehr potentielle Wähler erreicht werden.

Doch nicht nur Obama setzt auf YouTube, auch Mitt Romney unterhält einen persönlichen Kanal auf der Video-Plattform. Jedoch steht er mit knapp 6 Millionen Video-Views deutlich hinter Obama mit über 178 Millionen Views. Niklaus Nuspliger macht in seinem Artikel im NZZ-Blog zum Wahlkampf 2012 darauf aufmerksam, dass zwar die Fernsehwerbung noch den grösseren Teil des Werbebudgets ausmachen wird. Jedoch misst man der Internet-Werbung grösseres Potential zu, da diese die Bevölkerung direkter anspreche. Ausserdem kann man über das Internet viel rascher auf politische Angriffe reagieren, wie Nuspliger weiter schreibt. Natürlich muss man sich aber immer auch der Gefahren bewusst sein, die soziale Medien mit sich bringen. Schlechte Nachrichten verbreiten sich sehr rasch und können einen negativen Einfluss auf die bevorstehenden Wahlen nehmen. So verbreitete sich der Vorfall mit der Mikrophon-Panne zwischen Obama und Medvedev rasend schnell auf YouTube und ist nun ein gefundenes Fressen für die Republikaner.

Social Media wird also auch in der Politik eine immer wichtigere Rolle spielen und am Ende sogar mitentscheidend sein, ob jemand nun (wieder)gewählt wird oder nicht.

Advertisements

No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: