Kulturbetriebe und Social Media

Social Media Plattformen wie Youtube, Facebook, Twitter etc. sind mehr als nur ein Hype. Höchste Zeit also für Unternehmen und Betriebe, auf das neue Pferd zu setzen, denn der Meinung von Freunden und Bekannten in sozialen Netzwerken wird grösseres Vertrauen entgegengebracht als einem Unternehmen (vgl. Kaul, 2010, S. 9). Wie eine Studie von Helge Kaul, Lehrbeauftragter für Kulturmarketing und strategisches Management an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt, drohen kulturelle Betriebe den Anschluss zu verpassen.

Das Resultat der Studie: Über 1/5 der Kulturbetriebe in der Schweiz, nämlich 20,8% gaben an, Social Media gar nicht zu benutzen. Über die Hälfte, genau 54,2% nutzen Social Media in geringem Umfang. Lediglich 12,5% wollen Social Media intensiv nutzen.

Erhebung Social Media Nutzung Schweiz (Kaul, 2010, S. 15)

Dies erstaunt, weil die „Event Kultur“ zu den beliebtesten und gefragtesten Internetthemen gehören (Kaul, 2008, S. 54). Und wie Karin Wolf, Direktorin des Insituts für Kulturkonzepte in Wien feststellt:

Networking war schon immer eine Kernkompetenz im Kunstbereich, der gekonnte Einsatz von Social Media sollte KünstlerInnen und KulturmanagerInnen also nicht schwerfallen!

(Kaul, 2010, S. 15)

Wie kommt es also zu diesem Defizit in der Kulturbranche? Anna-Elisabeth Rentsch startete im Rahmen ihrer Bachelor Arbeit eine Befragung zum Social Media Einsatz durch Kulturbetriebe im Raum Sachsen (Deutschland). Sie kommt auf ganz ähnliche Ergebnisse wie Helge Kaul: 67,7% gaben an, Social Media nicht zu nutzen. Rentsch fragte jedoch auch nach den Gründen. 33,3% gaben Zeitmangel, 25% fehlende Kenntnisse über Social Media als Begründung an. Allgemein lässt sich eine grosse Unsicherheit und Unwissenheit bezüglich Sinn, Zielerreichung, Erfolg und Mechanik von Social Media aus den Resultaten herauslesen (Rentsch, 2010, S. 31-32).

Kulturbetriebe müssen sich den neuen sozialen Medien aber unbedingt stellen, wenn sie von der jüngeren Generation, den Digital Natives nicht ausgeschlossen und schliesslich vergessen werden wollen. Rentsch verweist auf Hilfestellungen für Kulturbetriebe auf den Blog vom Kulturkurier. Auch Christian Henner-Fehr beschäftigt sich auf seinem Blog mit Kulturmarketing durch Social Media.

Die Studie von Helge Kaul kann hier abgerufen werden. Die Bachelor Arbeit von Anna-Elisabeth Rentsch steht freundlicherweise in ihrem Blog zum Download bereit.

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