Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt

The Great Schlep

Video: JCER – The Great Schlep

Wie erreicht man in der Politik (und auch in der Wirtschaft) eine Zielgruppe über Social Media, die Social Media gar nicht nutzt?

Diese Problematik stellt sich in der heutigen Zeit mehr und mehr. Sind die Digital Natives mit den neuen Medien sehr vertraut und trauen sich viele Digital Immigrants in die neue Welt hinein, so gibt es immer noch sehr viele Menschen, für die diese Form der Kommunikation ein Fremdwort ist und wohl auch eines bleiben wird. Doch wie kann man diese Menschen erreichen, wenn TV, Radio und Print zur Vermittlung einer Botschaft nicht mehr genügt?

Auf beispielhafte Weise hat dies eine Strategie der Werbe-Agentur Droga5 während des Wahlkampfs von Barack Obama 2008 gezeigt.

Aus Erfahrung vergangener Wahlkämpfe wusste man, dass dem Bundesstaat Florida eine bedeutende Rolle zuteil werden würde. Wer diesen Staat für sich gewinnen konnte, gewann meist auch die Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Doch wie sollte man einen vergleichsweise konservativen Südstaatler davon überzeugen, einen Afroamerikaner zu wählen? Analysen zeigten, dass ältere Juden das Zünglein an der Waage sein würden. Auch diese zählten nicht unbedingt zur Hauptwählergruppe Obamas.

Eine kluge Idee liess aber aufhorchen: Wenn man die älteren Menschen nicht erreichen konnte, so musste man diejenigen erreichen, die sie beeinflussen konnten: Ihre Enkel. Es wurde eine Aktion gestartet, bei der die Enkel aus den ganzen Vereinigten Staaten mobilisiert wurden, um nach Florida zu reisen und ihre Verwandten und Bekannten zu überzeugen. Mehrere tausend Menschen machten sich auf den Weg und engagierten sich, erklärten den älteren Menschen Obamas Ziele und dessen Ambitionen und Wünsche. Die Aktion gewann eine beispiellose Popularität und war ein verbreitetes Gesprächsthema. Und der Einsatz der jungen Juden wurde belohnt: Obama gewann die Wahl in Florida mit einem Mehr von 170’000 Stimmen auf John McCain. Er konnte 320’000 ältere Juden davon überzeugen, ihn zu wählen. Einen Wähleranteil in dieser Bevölkerungsgruppe, die vor ihm seit 30 Jahren niemand mehr auf sich vereinigen konnte.

Somit zeigte sich: Auch wenn man ältere Menschen nicht unbedingt direkt mit den Social Media erreichen kann, so kann man sie doch indirekt über die gewohnte Mund-zu-Mund-Propaganda erreichen. Solange man die Jungen für sich gewinnen kann.

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