Social Media: Schweizer Banken schneiden schlecht ab

Droht ein Regenwetter oder gar ein Gewittersturm, werden normalerweise Vorkehrungen getroffen. Man rüstet sich in der Regel mit Schirm und geeignetem Schuhwerk.
Dasselbe könnte man im Falle eines drohenden Shitstorms von einem Unternehmen erwarten. Längst ist klar, dass mittels gekonnter, proaktiver Kommunikation ein drohender Shitstorm massiv entschärft, wenn nicht sogar ganz verhindert werden kann. Durch aktive Diskussionsbereitschaft kann den “Stormern” viel Wind aus den Segeln genommen werden und ein angeschlagenes Firmen-Image kann über die reine Schadensbegrenzung hinaus oft sogar noch verbessert werden.

Finanzzentrum Paradeplatz. Das "Social Media Tram" fährt langsam aber sicher ab. (Quelle: http://www.juso.ch/de/comment/reply/1311)

Finanzzentrum Paradeplatz. Das "Social Media Tram" fährt langsam aber sicher ab. (Quelle: http://www.juso.ch/de/comment/reply/1311)

Doch ausgerechnet in der shitstormgefährdeten Finanzwelt scheint man alles andere als gerüstet zu sein, wie die Social Media Study 2012 des Informationsportals assetinum.com zeigt. Im Rahmen der Analyse wurden 50 Banken aufgrund ihres Umgangs mit den Sozialen Medien bewertet. Berücksichtigt wurde die Aktivität in Facebook, Twitter und Youtube, die Integration von Social Media in die Firmenwebsite, Mobile-Integration und der Firmenauftritt in LinkedIn.

Die UBS erreicht lediglich Platz 33 (von 50), positioniert sich also im hinteren Mittelfeld. Ihr werden nur 30 der maximal erreichbaren Punktzahl von 100 zugesprochen. Bei den anderen untersuchten schweizer Banken sieht es nicht viel besser aus. Bestplatzierte Vertreterin ist die Credit Suisse auf Rang 22. Auch nicht ein Glanzresultat also.

Das Ergebnis erstaunt hinsichtlich wiederholten, stets massiv kristisierten Entgleisungen, gerade bei der UBS. Schlagworte wie illegale Aktivitäten in den USA, Millionen-Boni, Goldene Fallschirme, Milliardenrettung durch den Staat und Schwarzgeld bedürfen keine weiteren Erklärungen. Umso wichtiger aber wäre doch eine ausgereifte Social Media Strategie, denn assetinum.com stellt richtigerweise fest:

Reputationsgefährdende «Shitstorms» können am besten verhindert werden, indem eine Bank selbst prominent in den wichtigen Social-Media-Kanälen präsent ist und so rechtzeitig auf die erhobenen Vorwürfe reagieren kann.

Nach den Verhandlungen mit Deutschland über das neue Steuerabkommen, welches bekanntlich zunächst vor allem in den südlichen Bundesländern der BRD auf massive Widerstände stösst, wäre ein grösseres Engagement im Bereich Social Media von Seite der Banken vor allem auch in ihrem eigenen Interesse. Denn wie assetinum.com auch richtigerweise feststellt:

Mit der kommenden Neudefinition des Bankkundengeheimnisses wird zudem eine offensivere Kommunikationsstrategie nötig.

Mit anderen Worten: Wenn die Banken in der Schweiz am Bankkundengeheimnis festhalten wollen, dann müssen sie auch glaubhaft kommunizieren, dass dieses nicht missbraucht wird. Wünschenswert wäre zum Beispiel die Kommunikation von Massnahmen und Richtlinien gegen mögliche Missbräuche. Eine Image-Politur durch Social Media dürfte die Akzeptanz nicht unerheblich steigern.

Die vollständige Analyse des Informationsportals assetinum.com, sowie die dazugehörige Pressemitteilung können abgerufen werden unter: http://www.assetinum.com/de/social-media-banking.page.html.

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  1. mdm4 on

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