Prominente Werbung über Twitter
In der konventionellen Werbetätigkeit war es schon immer ein beliebtes Mittel, berühmte Persönlichkeiten einzusetzen. Da war zum Beispiel DJ BoBo, der sich vor seinen Auftritten mit der ENERGY MILK von Emmi stärkte oder Jörg Kachelmann, der sich vor Wind und Wetter mit Activia von Danone schützte.
In Twitter können Prominente auf einfache Weise ihren Auftritt in Geld verwandeln, da sie in der Regel eine ganze Schar an Followers ausweisen können. Möglich macht dies unter anderem das Unternehmen adly, welches sich auf Werbung in Twitter spezialisiert hat. Adly vermittelt zwischen Twitter-Nutzern und Werbetreibenden.
Im Unterschied zur konventionellen Werbung sind in Werbe-Tweets die kommerziellen Interessen nicht unbedingt erkennbar. Während die Aufmachung konventioneller Werbung eine eindeutige Sprache spricht, unterscheiden sich Werbe-Tweets jenachdem kaum von privaten Beiträgen. Dieser Umstand hat zur Konsequenz, dass die Wirkung der Werbebotschaft verstärkt werden kann, da suggeriert wird, der Nutzer empfehle das Produkt aus persönlicher Motivation. Diese Suggestion wird durch eine bewusst beiläufige Erwähnung des Produkts noch zu verstärken versucht. Der Hintergrund dieses Vorgehens ist die Erkenntnis, dass den Empfehlungen von Freunden eher als normaler Werbung als gefolgt wird. Wenn Fans das Gefühl haben, ihr Idol empfehle ein bestimmtes Produkt aus einer persönlichen Motivation heraus, dürfte dieser Effekt auch eintreten.
Die Chancen dieser Werbeform werden allerdings kritisch betrachtet. Könnten doch die Werbe-Twitterer Imageverluste verzeichnen, wenn die Followers bemerken, dass auf ihre Kosten Geld verdient wird. Zudem: Zuviele Werbetweets können die Followers ebenfalls vergraulen, da diese derartige Tweets nur noch als Spam empfinden.
Was bringt einem Unternehmen Facebook denn nun wirklich?
Das klassische Werbemodell des Internets ist mit Google gross geworden und heisst Bannerwerbung. Oder besser gesagt: die klassische Anzeige in einem neuen digitalen Format. Die logische Folge des Erfolges dieser Methode war, dass alle nachfolgenden kommerziellen Internetunternehmen dieses Modell als Finanzierungsgrundlage für ihre Dienstleistungen nutzten und noch immer nutzen.
Die Verharmlosung des Shitstorms
Der Begriff des Shitstorms ist ein vieldiskutierter. Während einige Netz-Enthusiasten ihn als Revolution des Konsumenten über die Unternehmen umschreiben, sind viele Marketing-Fachleute doch eher skeptisch und weisen ihm eine eher untergeordnete Rolle im Effekt auf das Konsumverhalten zu. Tatsache ist: Die Reputation eines Unternehmens spielt bei Produkten und Dienstleistungen stets auch eine Rolle beim Kauf. Möchte ich mich mit einem Produkt schmücken, dessen Herstellerfirma so verpöhnt ist, dass ich mich unweigerlich dem Spott der Mitmenschen aussetze? Ein gutes Beispiel hierfür sind Pelzmäntel, die noch immer bei einigen Menschen – vornehmlich Frauen – eine gewisse Anziehungskraft besitzen. Die meisten Mitmenschen aber verbinden mit solchen Kleidern jede Menge negative Gedanken und Meinungen.
Spielerisch Kunden gewinnen dank Gamification
Kunden zu gewinnen und langfristig zu binden war und ist nie einfach. Vor allem auf dem Internet ist man als User sehr schnell abgelenkt, man hangelt sich von Webseite zu Webseite und bleibt meist nur kurz auf derselben Seite. Doch wie schaffet man es als Unternehmen, die User bei sich zu behalten? Das Zauberwort heisst „Gamification“. Jürg Stuker von Namics definiert Gamification wie folgt:
Gamification beschreibt die Nutzung von Spielmechanismen (und damit die Ansprache des Spieltriebs) für Anwendungen die keine Spiele per se sind: Die Ansprache der intrinsischen Motivation der User um Ziele des eigenen Angebotes zu erreichen.
Eines der bekanntesten sozialen Netzwerke, das Gamification nutzt ist wohl Foursquare. Die Idee dahinter ist, dass man nicht wie bei anderen Diensten durch gemeinsame Interessen in Kontakt bleibt, sondern durch gemeinsame Aufenthaltsorte. Wie der Dienst genau funktioniert, erfährt man in diesem Video.
Ein positiver Nebeneffekt entsteht dabei aber vor allem für die Bars, Restaurants, Hotels und all die anderen Orten, wo man einchecken kann: um zum Beispiel Mayor zu werden, muss man in einer bestimmten Zeit möglichst oft am selben Ort einchecken. Der Mayor-Titel kann einem aber auch wieder aberkannt werden, sobald jemand anderes mehr Check-In’s vorweiset. Dies steigert natürlich den Spieltrieb der User, die sich gegenseitig zu übertreffen versuchen.
Schlussendlich profitieren also vor allem diese oft besuchten Orte von den Foursquare-Usern, die ein Abzeichen verdienen möchten und dabei immer wieder dieselbe Bar aufsuchen, Getränke konsumieren und sehr wahrscheinlich in ihrem Umfeld auch Werbung für die Bar machen. Aber nicht nur Privatpersonen sondern auch Unternehmen können sich bei Foursquare anmelden und Sonderangebote bereitstellen, um damit Kunden zu gewinnen (vgl. Blogeintrag von PromoMasters). Dabei profitieren die Nutzer, die oft einchecken von Vergünstigungen, was die User wiederum anspornt, noch häufiger einzuchecken. Doch wie bei Facebook auch, geben die Nutzer bei solchen Diensten wertvolle, persönliche Daten von sich preis und werden immer transparenter. Genau diese Daten sind für Unternehmen interessant, können sie doch so ihre Angebote genau auf die Besucher zuschneidern. Foursquare weiss, wo sich ein User wie oft, wann und wie lange aufhält, was er konsumiert, wen er trifft etc. Die Nutzer lassen sich davon aber nicht abschrecken; bereits über 15 Millionen Nutzer haben sich weltweit bei Foursquare angemeldet.
Die folgende Grafik von M2 Research zeigt die prognostizierte Entwicklung von Gamification im Vergleich zu Social Media Marketing (zum Vergrössern auf das Bild klicken):
Dass das Prinzip „Gamification“ eine immer wichtigere Rolle zu spielen scheint, beweist auch die bereits zum zweiten Mal stattfindende Konferenz dazu im Juni 2012. Am „Gamification Summit“ in San Francisco werden diverse Redner auftreten und Workshops angeboten, um zu zeigen, dass Gamification in Zukunft eine noch grössere Bedeutung haben wird und für Unternehmen durchaus ein neuer, innovativer Weg ist, Kunden langfristig zu binden.
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